Das erste Sonnenhaus in Oberfranken

Unter der Federführung von Architekt Uwe Fickenscher aus Hof entsteht in Oberkotzau das erste „Sonnenhaus“ Oberfrankens.
Foto: Feldrapp

Ist das Sonnenhaus ein Ableger des viel propagierten Passivhauses?

Diese Frage kann klar mit nein beantwortet werden, den ein Sonnenhaus verfolgt eine ganz andere Konzeption:

Grundsätzlich liefert die Sonne ausreichend Energie  für die Vollversorgung eines Wohnhauses. 

Das Haus benötigt im Gegensatz zu den Passivhäusern keine überzogenen Dämmstandards, keine kontrollierte Wohnraumlüftung, benötigt viel weniger elektrischer Energie für den Betrieb und hat damit auch einen erheblich geringeren Primärenergieverbrauch. 

Foto: Feldrapp

Sonnenenergie nutzen und speichern sind die Hauptaufgaben eines Sonnenhauses.

Große Solarkollektorflächen in Verbindung mit einem riesigen Wassertank zur Energiespeicherung bilden die Grundlage. In Verbindung mit einer einfachen Anlagentechnik lassen sich 70 % oder mehr des gesamten Energiebedarfes eines Hauses decken.
Den Rest übernimmt ein gemütlicher Kachelofen, der heute fast schon Standard in einem Wohnhausneubau ist. Drei bis vier Ster Holz reichen für Restdeckung völlig aus, verbrauchen keinen Strom und sind CO²-neutral im Gegensatz zur Wohnraumlüftung.

Was sind die Anforderungen?

  • kompakte Bauform, also das Verhältnis der beheizten Fläche zum Gebäudevolumen sollte möglichst klein sein
  • gut gedämmte Gebäudehülle, in monolithischer Bauweise mit U-Werten um 0,20 W/m²K sind völlig ausreichend
  • optimale Süd-Ausrichtung die Neigung der Kollektoren dem Wintersonnenstand entsprechend
  • Heizungswasserspeicher mit mehreren tausend Liter Fassungsvermögen
Der Vorteil des Sonnenhauses ist sicher auch, dass die Gebäudehülle mit natürlichen Baustoffen hergestellt und auf zusätzliche Wärmedämmverbundsysteme genauso verzichtet werden kann, wie auf mit Dämmstoffen gefüllte Ziegel.
Architekt Fickenscher hat beim Außenmauerwerk auf einen Energiesparziegel ESZ 09 von HART gesetzt, der bei einer Wanddicke von 42,5 cm einen u-Wert von 0,20 W/m²K erreicht. Somit werden auch nicht die Baukosten trotz hervorragender Gebäudedämmung unnötig aufgebläht.

Weitere Informationen über den Bauablauf und die Ausführung aus Sicht des Bauherren finden Sie unter:

http://www.sonnenhaus-oberkotzau.de