Älteste Klimaanlage der Welt

 Massiv-Ziegelwände bieten bei Sommerhitze angenehmes Raumklima

Waldsassen / Schirnding (prs). – Genug ist genug – nach kaltem, schneereichen Winter freuen sich die meisten Menschen auf warme Frühlingstage und heiße Sommermonate. Manch einer sieht den Hundstagen dennoch mit gemischten Gefühlen entgegen: In vielen Häusern und Wohnungen herrschen dann oftmals unerträglich hohe Temperaturen. Bewohner mit Massiv-Ziegelwänden können sich allerdings schon jetzt entspannt zurücklehnen: „Der Ziegel ist die älteste, natürliche Klimaanlage der Welt“, so Anton W. Hart, Vorstand der Ziegelwerk Waldsassen AG Hart Keramik, Waldsassen / Schirnding. Damals wie heute sorgt der Baustoff aufgrund ausgeprägter Wärmespeicherfähigkeit im Sommer für ein angenehm kühles Raumklima. Hart: „Die Hitze bleibt sozusagen im Ziegel gefangen.“ 

Die Ursache für diesen positiven Klimaeffekt liegt in der Materialzusammensetzung und im inneren Aufbau des Ziegels. Die Wärme, die durch Fenster oder andere transparente Bauteile ins Haus gelangt, wird von den Ziegeln gespeichert und erst nach längerer Zeit, zum Beispiel wenn es abends und nachts abkühlt, wieder abgegeben. Experten sprechen daher auch von der „Temperaturträgheit“ des Ziegels. Seine Wärmespeicherfähigkeit bringt in der kalten Jahreszeit ebenfalls Vorteile: Bei runter gedrehter Heizung kühlen die Räume weniger schnell aus, so dass es im Haus morgens schneller wieder warm wird. Die Ziegelwand wird damit auch zum Energiesparer. Hart-Porotonziegel der neuesten Generation wie z. B. der ESZ 09 übertreffen bereits heute ohne zusätzliche Dämmstoffe die strengen Vorschriften der EnEV 2009. 

Wissenschaftliche Untersuchen untermauern die Vorteile des Ziegels beim Sommerlichen Wärmeschutz. Sie belegen, dass die monatliche Überhitzungshäufigkeit beim Massivhaus im Vergleich wesentlich niedriger liegt als bei Häusern in Leichtbauweise. Das betrifft beispielsweise die maximalen Raumtemperaturen, die bei Massivbauweise mit höchstens 29,2 Grad immerhin vier Grad weniger betragen als bei anderen Bauweisen. Bei denen tritt im Gegensatz zum Ziegelhaus in sehr viel mehr Monaten des Jahres eine Temperaturüberschreitung von per Norm festgelegten Grenzwerten auf. Für hitzeempfindliche Menschen bedeutet dies eine zeitweilige Einschränkung ihres Wohlbefindens. 

Kein Wunder also, dass man im Mittelmeerraum mit besonders vielen heißen Tagen fast ausschließlich nur Steinhäuser findet. Temperaturen über 40 Grad Celsius sind dort keine Seltenheit. Da geht es in den Regionen des nördlichen Bayern selbst im Hochsommer schon etwas gemäßigter zu. Aber immerhin: Den deutschen Temperaturrekord hält mit 40,2 Grad Celsius im Schatten (!) der oberpfälzische Ort Gärmersdorf nahe Amberg.                                   

Mathias v. Bredow